Da hat sich etwas in meiner Familie verändert! 

Wie gehe ich damit um? 

Kann ich etwas für mich tun?

Kann mir dabei jemand helfen?

Diese Fragen und noch vieles mehr werden in der Angehörigenselbsthilfegruppe psychisch erkrankter Menschen behandelt.

 

Wen interessiert es eigentlich, wie es mir als Angehörige/r eines psychisch erkrankten Menschen geht?

 

Wann muß ich entscheiden, ob mein betroffenes Familienmitglied Hilfe benötigt?

 

Wie grenze ich mich ab, ohne zu verletzten? 

 

 

Erfahrungsbericht einer Angehörigen:

Hilfe!

Aus meiner Familie hat jemand Depressionen, was kann ich für mich tun?

 

Oh, werden Sie meinen, das ist doch ein Widerspruch. Wir wollen Ihnen zeigen, dass es kein Widerspruch sein muss.

 

Viele Angehörige von psychisch erkrankten Menschen kennen folgende Situation. Ein Beispiel einer Angehörigen eines an Depression erkrankten Mannes:

Ich mache mir Sorgen um den Erkrankten, merke, dass etwas nicht mit ihm stimmt und versuche zu helfen. Doch ich merke, wie die Erkrankung unser gemeinsames Leben verändert. Die Depression schleicht sich in unser Leben, verändert die Beziehung, führt dazu, dass sich Bekannte und Freunde von uns zurückziehen, weil sie unsere „Probleme“ nicht mehr hören wollen oder sich durch die Situation überfordert fühlen, wir uns einigeln, weil wir es nicht ertragen können, wenn es anderen gut geht.

Ich habe das Gefühl, ich stehe ganz alleine da. Die Streitigkeiten nehmen zu, da ich keine positiven Veränderungen bei meinem Partner feststelle, es hilft ihm nicht, soviel ich auch tue und mache. Die Erwartungen, die ich habe, erfüllen sich nicht.

Es ist eine Spirale, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt. Ich bin verzweifelt.

 

Das ist der Zeitpunkt gewesen, an dem ich den Kontakt zur Selbsthilfegruppe gesucht habe. Es gab ein Erstgespräch und dann bin ich zur Gruppe gegangen. Hier sind Menschen, die die gleichen Sorgen und Ängste haben wie ich und die vielleicht auf die „schnelle Heilung“ hoffen.

Und schnell lerne ich, es dauert, es gibt nicht die schnelle Lösung! Aber man kann sich aussprechen, die anderen hören zu, ich bin nicht mehr allein mit meiner Situation. Es gibt keine Ratschläge, sondern Denkanstöße, wie ich einen anderen Blick auf die Situation, die Erkrankung und meinen Partner bekommen kann. Es dauert ein Jahr bis ich merke, dass das ganze Aufopfern nicht zu dem gewünschten Erfolg führt.

Und ich erkenne, dass ich meinem Partner nicht alleine helfen kann, er benötigt professionelle Hilfe, die er auch Gott sei Dank annimmt. Ich ziehe meine Stärken die ich benötige, indem ich Sport mache, spazieren gehe, mich mit anderen Leuten treffe. Dadurch nehme ich meinem Partner die Angst, dass durch seine Erkrankung mein Leben beeinträchtigt wird.

Es gibt in unserer Gruppe auch Angehörige, deren Erkrankte keine professionelle Hilfe annehmen wollen. Das ist für diese Angehörigen sehr schwer, aber sie bekommen bei uns Infomaterial, Unterstützung und ein offenes Ohr.

Da sich die Symptome der Depression auch in anderen psychiatrischen Diagnosen wiederfinden, lernen wir Angehörige in der Gruppe gelassener mit der Situation umzugehen und eigene Bedürfnisse zu entwickeln, denn die Symptomatik der anderen psychiatrischen Diagnosen ähneln sich denen der Depressionen.

 

 

 

Unsere telefonische Sprechstunde ist jeden 

Mittwoch von

19 - 21 Uhr.

Es kann aber mal

vorkommen, dass wir

nicht da sind.

Sprechen Sie dann bitte

auf den AB.

Wir rufen möglichst bald zurück.

 

 

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© Hans-Norbert Wiedemann

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